07.06.17 – Eigenartikel

Wir kommen heute zu einem Skandal, der seines Sondergleichen sucht. Es geht um die amerikanische Stadt Flint, ihren Fluss und uralte Wasserleitungen.

Die amerikanische Stadt Flint,  in der Nähe Detroits, war vor einigen Jahren noch eine wohlhabende Stadt, der größte Arbeitgeber war GM. Doch diese Glanzzeiten sind längst vorbei, heute ist die malerische Kleinstadt pleite. Zurück blieben nur die Ärmsten, oder diejenigen, die nicht wegziehen wollten. Der größte Teil der Bürger sind Schwarze.

Die Stadt kam unter einer Haushalts-Sperre der Regierung, die um jeden „Penny sparen wollte!“. Auch beim Trinkwasser, das bislang teuer aus Detroit gepumpt wurde. Es kam fortan aus dem hiesigen Fluß – ohne die Bürger darüber zu informieren.

Flußwasser als Trinkwasser

Die Bürger tranken fortan Flußwasser, das mit Chlor versetzt war. Nach wenigen Monaten sah das Leitungswasser so aus:

roter hahn

Selbstverständlich protestierten die  Einwohner über dieses eklige Trinkwasser, doch sie vertrauten der Regierung, dass dieses Wasser nicht gesundheitsschädlich sei – bis die Kinder schwer krank wurden. Es kam, wie es kommen musste: Die Kinder litten unter Bleivergiftung. Für den Rest ihres Lebens! 

Das chlorige Flusswasser zersetzte die uralten Bleirohre des örtlichen Trinkwassernetzes und setzte Rückstände – und Blei frei. Und erst nach langen Protesten erfuhren die Bürger Flints, dass ihr Trinkwasser seit einem Jahr nicht aus Detroit, sondern aus dem örtlichen Fluss stammte.

Heute erhalten die Bürger Mineralwasser von der Regierung, ihre Kinder erholten sich langsam, sind jedoch für den Rest ihres Lebens gesundheitlich stark eingestrengt. Die Bürger klagen fortan gegen die Landesregierung.

Erinnern Sie sich an Erin Brockovich, die Rechtsanwaltsgehilfin, die gegen einen Konzern antrat, der ebenso ein örtliches Trinkwassernetz heimlich verschmutzte? Auch diese stand nun auf und kämpft für die Bürger Flints.

http://www.n-tv.de/panorama/Eine-ganze-Stadt-steht-Schlange-article16932601.html

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